Grundlagen Stromnetze

Sämtliche Stromerzeuger und sämtliche Stromverbraucher müssen durch elektrische Leitungen miteinander verbunden sein. Das war am Anfang des Elektrizitätszeitalters noch viel einfacher: In St. Moritz gab es 1878 am Brattasbach ein Wasserkraftwerk, das erste in der Schweiz. Dieses war über eine kurze Leitung mit dem Badrutt’s Kulm-Hotel verbunden und dort verzweigte sich die Leitung zu den einzelnen Bogenlampen.

Heute sind Produktion und Verbrauch oft hunderte von Kilometern voneinander entfernt. Über solche Distanzen kann man Strom nur mit Hochspannung übertragen, die Spannung muss transformiert werden.

Um die Schwankungen der Nachfrage auszugleichen, muss der Strom aus verschiedenen Quellen kommen: Aus Kernkraftwerken, die stetige Bandenergie liefern und aus schnell steuerbaren Wasserkraftwerken.

Transformation und verschiedene Quellen, diese zwei Notwendigkeiten machen das Netz kompliziert. Es besteht aus verschiedenen Ebenen:

Schon heute hat das Netz eine gewisse Intelligenz: Der Stromversorger kann bestimmte Anlagen wie Boiler und Wärmepumpen bei den Konsumenten zu gewissen Zeiten oder bei Engpässen ferngesteuert abschalten. Ein intelligentes Netz müsste das sehr viel kurzfristiger und gezielter tun können. Es müsste „wissen“, wann Hubers normalerweise kochen, Meiers die Sauna benutzen und Frau Müller wäscht und Balmers in die Ferien gehen. Es kann die Heizung bei Ihnen kurz abstellen und bei uns die Kühltruhe. Damit lassen sich Nachfrage und Produktion optimal aufeinander abstimmen. Optimal, aber eben nicht vollkommen. Denn auch das intelligenteste Netz kann der Sonne nicht befehlen zu scheinen oder dem Wind zu wehen.

Unser heutiges Netz ist auf ein System von Grosskraftwerken – Kernkraftwerken und Wasserkraftwerken – ausgelegt. Diese speisen auf der Höchstspannungsebene ein und werden auf der Mittelspannungsebene ergänzt durch kleinere Kraftwerke.

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